Neue Kooperationsformen: Chancen – Probleme – Konflikte!?!

Gemeinsame LAG-Frühjahrstagung 2017 der Landesarbeitsgemeinschaft Bremen / Hamburg / Niedersachsen / Schleswig-Holstein  und Berlin/Brandenburg/ Mecklenburg-Vorpommern am 27. und 28. April 2017 in der Räumen der Hafencity Universität, Hamburg

Kooperationen in der räumlichen Entwicklung – dieses Thema ist ein Dauerbrenner, auch in den beiden Landesarbeitsgemeinschaften. In der jüngeren Zeit sind neue Herausforderungen und auch neue Zielsetzungen hinzugekommen, die die Frage nach Kooperationen auf aktuelle Weise stellen. Dies gilt unter anderem für die aktuellen Entwicklungen in den Kommunen im Rahmen der demografischen Veränderungen, für das Wachstum der Zentren und die damit verbundenen Frage der Stadt-Land-Verflechtungen sowie für die wirtschaftliche Entwicklung. 

Gemeinsam diskutierten die beiden Landesarbeitsgemeinschaften die Möglichkeiten der interkommunalen und intraregionalen Zusammenarbeit. Dabei gingen sie auch auf das Verhältnis zwischen den traditionellen regulativen Instrumenten räumlicher Zusammenarbeit und den informellen und kooperativen Instrumenten ein. In seinem einleitenden Vortrag betonte Klaus Selle (Dortmund) Vertrauen als wichtigste Voraussetzung für gelungene Kooperationen und wies auf die Bedeutung projektbezogener Ansätze hin. Im Folgebeitrag stellte Jörg Knieling (HCU Hamburg) das Forschungsprojekt ‚Soft Spaces‘ vor, welches die Chancen regionaler Kooperationen anhand einzelner Fragestellungen in flexibel abgegrenzten Räumen angeht. 

Im Praxisbeitrag von Barnim Foth (Metropolregion Hamburg) wurde die Vielfalt der sektoralen und funktionalen Räume, in welche die einzelnen Kommunen und Akteure eingebunden sind, deutlich. Er betonte auch die Bedeutung der einzelnen agierenden Akteure und des informellen Austauschs. Diese Darstellung wurde auch von Petra Overwien (Gemeinsame Landesplanung Berlin-Brandenburg) bestätigt. Ihr Vortrag beantwortete die Frage, mit welchen Maßnahmen wie z.B. Wettbewerbe, Förderlinien oder Entwicklungskonzepten, aber auch die Bereitstellung von Datenbanken, die Landesplanung Kooperationen unterstützen kann. 

Diese Mischung von Instrumenten birgt viele Fallstricke und bedarf der umfassenden Begleitung, wie Jens Hoffmann von der Hochschule Neubrandenburg am Beispiel des Regionalmanagements und der Wirtschaftsförderung in Mecklenburg-Vorpommern erläuterte. Er stellte auch die Frage, wie die Abhängigkeit der Kooperationsstrukturen von Fördermitteln verringert werden kann. 

In der anschließenden Diskussion mit Inputs von Klaus Einig (Landesplanung Schleswig-Holstein) und Martin Rosenfeld (MLU Halle-Wittenberg) wurde engagiert darüber diskutiert, welche Akteure wie auf die Kooperationen auf den unterschiedlichen Planungsebenen Einfluss nehmen, wieviel Engagement von welcher Seite ermöglicht werden sollte und wie begrenzt die Wirkung von Förderprogrammen ist. Kontrovers wurde die Finanzierung von Kooperation diskutiert. Es bestand Konsens, dass Kooperationen Zeit und einen langen Atem brauchen, um zu wirken, und dass die Finanzierung oftmals nicht die Bedeutung hat, die ihr zugeschrieben wird. 

Die Ergebnisse der Diskussion wurden auch in den Beiträgen von Guido Nischwitz (iaw Bremen) und Gerd Schäde, Planungsverband Region Rostock, bestätigt. Deutlich wurde hier zudem der große Einfluss der politischen Entscheidungsträger und die Bedeutung der verschiedenen Planungs- und Entscheidungshierarchien auf Kooperationen. 

Den Abschluss der Vorträge machte Rosemarie Siebert, (Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V.), die die Mitwirkung zwischen den unterschiedlichen Akteuren am Beispiel der Konsumenten-Produzenten-Beziehungen verdeutlichte. 

Text: Brigitte Wotha und Christian Strauß

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