© ARL

 

Mobilität, Energie, Klima

Rahmenbedingungen für die Raumentwicklung auf überörtlicher wie auch auf örtlicher Ebene werden in nächster Zeit vor allem durch Handlungsfelder wie Klimaschutz (Mitigation) und Anpassung an den Klimawandel (Adaptation), Energiewende, Umweltschutz und Sicherung der Biodiversität, aber auch durch technologische Entwicklungen im Bereich der Mobilität sowie der Informations-/Kommunikationstechnologien bestimmt.

Hinzu kommen entsprechende Verhaltensänderungen von Einzelpersonen und Haushalten sowie von Unternehmen und Institutionen. Deregulierung, Privatisierung und informelle Zusammenarbeit bedeuten eine neue Flexibilität, der sich Planungssysteme anpassen müssen. Andererseits geht es zunehmend um langfristige Fragestellungen mit großräumigem Bezug. Hier liegt eine große Herausforderung, da die kommunale Ebene mit den Akteuren aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft flexibler und schneller agieren kann als langfristige, integrative Planung.

Die o. g. Handlungsfelder weisen derzeit eine hohe Veränderungsdynamik und Veränderungsintensität auf. Infrastruktursysteme sind in ihren technologischen Grundlagen ebenso betroffen wie in Organisations- und Betriebsformen sowie Trägerschaften. Folgen sind veränderte Qualifikationen von Teilräumen für neue Funktionen und deren Ausdifferenzierung (z. B. für regenerative Energieerzeugung).

Die mit der Energiewende verbundenen Veränderungsprozesse, die dem Zieldreieck der Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit und Umweltverträglichkeit Rechnung tragen müssen, erfordern eine grundsätzliche „Neujustierung“ der Raumordnung und - planung. Neben dem Abstimmungsbedarf über die Eignung von Teilraumkategorien für verschiedene Formen der regenerativen Energieerzeugung, über flächenbeanspruchende Speicherungsformen oder über künftige Trassenführungen beinhaltet dies auch die Berücksichtigung neuer Strukturen der Energieerzeugung und des Energiemanagements.

Neue Mobilitätskonzepte werden relevant, wenn es um die Anpassung der Regionen an politische Vorgaben und ökologische Anforderungen (Internalisierung von (Folge-) Kosten von Verkehr) sowie um die Sicherung der Daseinsvorsorge geht. Dazu müssen neue technologische und organisatorische Konzepte wie Inter-/Multimodalität, Sharing-Konzepte und Elektrofahrzeuge in ihren räumlichen Chancen und Voraussetzungen Beachtung finden. Sie haben Implikationen für Raumstrukturen und Standortmuster.

Zudem stehen Landnutzungskonkurrenzen als konkrete Auswirkung des zunehmenden Drucks auf Fläche vor dem Hintergrund der Energiewende und der Flächenneuinanspruchnahme für Siedlung und Verkehr im Fokus.