Call for Papers: Deutscher Kongress für Geographie 2017

Fachsitzung LT1-­‐FS1: Zuwanderungsstrategien – Chancen und Probleme der Stadtpolitik

Leitthema 1 „Migration und demographische Herausforderungen“

Zusammenfassung

Städte in Europa sind auf Zuwanderung angewiesen, um sich demographisch zu stabilisieren oder zu wachsen. In der Praxis entwickelt die Stadtpolitik aber kaum eigene Zuwanderungsstrategien. Warum? Welche Chancen und Widerstände gibt es in der Kommunalpolitik? Welche Kommunen sind Vorreiter für Zuwanderungsstrategien und mit welchem Erfolg?

Beschreibung

Die Städte in Europa sind zur Stabilisierung ihrer Einwohnerzahlen auf Zuwanderung angewiesen, ohne Zuwanderung schrumpfen sie. Die Stadtpolitik ist in den meisten Fällen wachstumsorientiert, Schrumpfung wird von den lokalen Akteuren als Entwicklungsparadigma kaum akzeptiert. Trotz dieses Wachstumspostulats entwickeln die meisten Städte jedoch bisher keine expliziten Zuwanderungsstrategien. Wo dies doch geschieht, ist es zumeist sozial höchst selektiv: In vielen Stadtentwicklungskonzepten wird lediglich der Wunsch nach Zuwanderung von jungen und qualifizierten Arbeitskräften artikuliert. Viele Städte setzen im Standortwettbewerb auf den Zuzug der „kreativen Klasse“. Die Zuwanderung von Geflüchteten und Asylbewerbern wird dagegen in den Kommunen häufig eher als Problem gesehen und als Aufgabe an die Integrationspolitik delegiert. Dass das Schlagwort „Willkommenskultur“ erstmalig im Rahmen der bundesdeutschen Demographiestrategie ersonnen wurde, scheint vielerorts vergessen. Durch die staatlich quotierte Zuweisung von Flüchtlingen und Asylbewerbern, die als Lastenausgleich und nicht als demographische Regenerierung gerahmt wird, haben die Städte kaum Handlungsspielräume zur Steuerung dieser Zuwanderergruppen. In der Planungspraxis der Städte bestehen deshalb „Wachstumsregime“ und „Integrationsregime“ nebeneinander. Städte, die wie Altena oder Goslar dezidiert mehr Geflüchtete als Teil einer Strategie gegen sinkende Einwohnerzahlen aufnehmen, bilden eher eine Ausnahme. Die Fachsitzung geht deshalb folgenden Fragen nach: Welche Zuwanderungsstrategien entwickeln Städte in Deutschland und Europa? Auf welche Zielgruppen setzen die Städte dabei? Welche Handlungsspielräume und Grenzen zur Steuerung von Zuwanderung hat die Stadtpolitik? Welche Widerstände gegen Zuwanderung gibt es in der Kommunalpolitik? Welche Möglichkeiten der Verknüpfung von Stadtentwicklungs-­‐ und Integrationskonzepten gibt es?

Anforderungen

Willkommen sind konzeptionelle Beiträge, vergleichende Studien und empirische Analysen aus Deutschland und Europa, die auf die Leitfragen eingehen. Die Sitzungsleiter planen, die Beiträge in einem Themenheft einer geographischen, planungs-­‐ oder politikwissenschaftlichen Fachzeitschrift zu publizieren.

Fachsitzungsleiter

  1. Dr. Manfred Kühn, Leibniz-­‐Institut für Raumbezogene Sozialforschung Regenerierung von Städten, Erkner
    E-­Mail: manfred.kuehn@leibniz-­‐irs.de
  2. 2. Prof. Dr. Sybille Münch, Leuphana Universität Lüneburg, Zentrum für Demokratieforschung, Lüneburg
    E-Mail: sybille.muench@leuphana.de

Informationen zum Ablauf

Deadline des Calls: 31. März 2017

Die Internetseite des Kongresses setzt folgenden Rahmen:

  • Ein Beitrag darf maximal vier Autor(inn)en haben.
  • Pro Personen können maximal zwei Beiträge zu Fachsitzungen eingereicht werden.
  • Jeder Beitrag darf nur einmal eingereicht werden.

Die Einreichung von Beiträgen erfolgt ausschließlich online über die Kongresshomepage: https://dkg2017vortrag.abstract-­‐management.de

Neben der Angabe Ihrer Kontaktdaten werden Sie gebeten, den Titel Ihres Beitrags (maximal 80 Zeichen), einen Kurzabstract (maximal 250 Zeichen) und eine Zusammenfassung (maximal 2.500 Zeichen) in die dafür vorgesehenen Felder einzutragen. Bitte beachten Sie, dass der Kurzabstract später auf der Homepage und im Programmheft erscheinen wird und Sie für die inhaltliche und sprachliche Qualität selbst verantwortlich sind

Über eine Annahme der Beiträge informieren die Fachsitzungsleiter Ende Mai 2017.